Grundsätzliche Qualitätsnormen

Sachliche Druckfreigabe

Sachliche Druckfreigabe wird vom Kunden anhand eines Softproofs, Andrucks, eines Musterbuches oder eines Ausschießausdrucks erteilt. Dazu müssen die PDF-Dateien geliefert werden. 

 

Druckfreigabe durch die Vorstufe

Diese Druckfreigabe wird von den Mitarbeitern der Vorstufe aufgrund eines Ausschießausdrucks mithilfe von dem durch den Kunden gelieferten Modell oder Schema durchgeführt. Die Druckfreigabe wird bei der Entgegennahme der Druckbogen erteilt. Kontrolliert werden unter anderem:

  • Format netto,

  • Größe und Richtigkeit des Beschnitts,

  • Reihenfolge der Seiten,

  • Richtigkeit der Doppelseiten,

  • Richtigkeit des Ausschusses laut dem vorherigen Schema, das sich z. B. aus der Verarbeitung, Zahl der Farben, Druckart und der Druckmaschine ergibt,

  • Platzierung auf dem Druckbogen, Griff, Seitenanpassung der Bogen, Zugabe, Fräser, Creep, Rückensignatur, Bogenbeschreibung,

  • Format des Druckbogens (Papiers)

  • Kontrollstreifen 

Fertigprodukt sollte laut dem Vertrag und den Kundenhinweisen, gemäß den Druck- und Buchbindungsnormen, hergestellt werden. 

Unten listen wir alle zulässigen Abweichungen auf, die technisch bedingt sind. Auf die Einschränkungen haben einen Einfluss: die Qualität der Rohstoffe und technische Beschränkungen der Druckmaschinen.

 

Druck

Es sollte ein Farbmuster geliefert werden, das die Durchführung der Arbeit laut dem Druckmuster ermöglicht. Druckmuster sollten einheitlich sein. In dem Fall, in dem Andruck und der Druckbogen von dem vorherigen Druck stammen (Druckbogen ohne Veredelung), ist der Kunde verpflichtet zu bestimmen, welches Muster verbindlich ist. Druckerei Totem besitzt einige Farbmanagementsysteme, je nach Druckmaschinen.

Das sind:

  • Xerox FreeFlow Linearisierung jede 8 h x-rite,

  • OCE PrismaProduction Linearisierung jede 8 h x-rite,

  • Ricoh Command Work Station Linearisierung jede 8 h h x-rite.

 

 

Proof

Proof als Farbmuster sollte gemäß ISO 12647-7 gemacht werden. Auf jedem Proof muss ein Streifen angebracht werden, die die Messungen ermöglicht. Empfohlener Kontrollstreifen für die Durchführung der Proof-Zertifizierung ist UGRA/FOGRA.

Sollte der Proof nicht positiv zertifiziert werden, dann wird der Kunde darüber informiert, und der Proof kann zwar als Farbmuster für den Druck verwendet werden, es können jedoch Farbabweichungen auftreten.

Der Proof sollte folgende Informationen enthalten:

  • Datum der Herstellung

  • Titel der Arbeit/Auftragsnummer

  • Kontrollstreifen UGRA-FOGRA.

 

Druckbogen der Erstauflage 

Muster für den Druck kann auch der Druckbogen von der vorherigen Auflage sein, aber nur in dem Fall, wenn er Kontrollfelder enthält, die die Messungen (Dichte und Rasterpunkt) ermöglichen. Der Musterbogen darf keine Veredelung haben (UV-Lack, Kaschierung matt/glänzend/soft). Der Bogen kann nicht älter als 6 Monate sein und darf nicht direkt gegen Sonnenlicht ausgesetzt werden. Papier für die Auflage soll dem Papier des Musterbogens gleich sein. Dies ist entscheidend für die Farbrichtigkeit von Weiß.

 

Druckfreigabe an der Maschine

Sollte die Druckfreigabe direkt an der Druckmaschine erfolgen, ist der Kunde verpflichtet, die Druckbogen zu unterschreiben. Die Bogen werden in diesem Fall automatisch die Druckmuster.

Auflage wird anhand dieses Musters hergestellt.

 

Druck ohne Farbmuster und ohne die Druckfreigabe durch den Kunden

Der Druck wird anhand einer Standarddichte und gemäß der Norm ISO 12647-2 durchgeführt. Auf die Farbigkeit hat das Papier einen großen Einfluss. Wenn das Weiß des Papiers die Farbnorm ISO 12647-2 nicht erfüllt, behalten wir uns das Recht vor, die Farbabweichung zuzulassen. Die Farbigkeit des Fertigprodukts beeinträchtigen auch die Veredelungen:

  • UV/Dispersionslack

  • Kaschierung glänzend, matt, soft touch.

Der Druck erfolgt in einer Standardbeleuchtung D50. Die Glühbirnen an den Maschinen werden jedes Jahr ausgewechselt. Gedruckt wird aufgrund eines Farbmusters (aktuelles Pantone-Muster), das jährlich ausgetauscht wird. Wegen der fehlenden Möglichkeit der Farbdichtemessung wird die Farbe als richtig eingestuft, wenn sie in visueller Beurteilung zwischen der Probe (+) und der von dem Kunden gelieferten Probe (-) liegt. Die Veredelung durch die Folie matt, glänzend, soft touch oder UV-Lack kann die unvorhersehbare Änderung der Farbigkeit verursachen, je nach Grafiken. Die Druckerei haftet nicht für die Farbveränderungen nach der zusätzlichen Veredelung, denn die Änderungen erfolgen unabhängig von der Druckerei und können nicht gemessen werden. Um die Farbabweichungen zu vermeiden, sollte man die Tests durchführen, die auf Kundenwunsch entgeltlich gemacht werden können.

 

Farbanpassung

Zulässige Abweichungen der nacheinander gedruckten Farben (in der Mitte des Bogens gemessen) für den Raster 150 lpi beträgt:

akzeptabel <= 0,4 mm

nicht akzeptabel > 0,4 mm

 

Lackanpassung

Lackschicht sollte gleichmäßig verteilt werden. Gegenüber dem Bild sind folgende Unterschiede in der Lackanpassung zulässig:

 

UV Lack/Strukturlack/3D Lack

akzeptabel <= 1 mm

nicht akzeptabel > 1 mm

 

Dispersionslack

akzeptabel <= 0,5 mm

nicht akzeptabel > 0,5 mm

 

Im Digitaldruck kommt es oft zu dem so genannten Welleneffekt des Papiers vor. Es kann daher sein, dass die Einhaltung der Lackiernormen nicht möglich sein wird. Für die fehlerhafte Lackierschicht gilt die Schicht, die die Flächen ohne Lack enthält.

 

Buchbinderische Verarbeitung

Für jeden buchbinderischen Prozess sollte ein durch den Kunden genehmigtes Prüfmodell erstellt werden. Mithilfe des Modells wird anschließend die Arbeit hergestellt. Das Modell muss genau die Idee des Kunden widerspiegeln und Kundenkommentare enthalten. Bei zusätzlichen Elementen wie Vor- und Nachsatz, Einlagen, etc. soll das Modell die Platzierung dieser Elemente verständlich beschreiben. Alle Bemerkungen zu dem Modell sollten per E-Mail bestätigt werden.

 

Schneiden der Bogen

Zulässige Abweichungen beim Schneider der Bogen in einzelne Nutzen:

akzeptabel <= 1 mm

nicht akzeptabel > 1 mm

 

Falzen und Perforierung

Abweichung des Falzbruchs gegenüber der Falzlinie werden durch das Schneiden beeinflusst und betragen 1,5 mm. Wenn die Arbeit außer dem Schneiden und dem Falzen noch zusätzlich gestanzt wird, soll man annehmen, dass die Abweichung des Falzbruchs gegenüber der Falzlinie sich bis zu 2 mm vergrößern kann.

 

Zulässige Abweichung der Seiten in einem Bogen gegeneinander und untereinander

Für einen4-Seiten Bogen ohne Rille

+/- 0,5 mm

Für einen4-Seiten Bogen mit Rille

+/- 1,0 mm

Für einen 8-Seiten Bogen

+/- 1,0 mm

Für einen12-Seiten Bogen

+/- 1,5 mm

Für einen16-Seiten Bogen (und mehr Seiten)

+/- 2,0 mm

 

 

Rückenstichheftung

Richtig gemachte Rückenstichheftung wird gekennzeichnet durch:

  • Klammer werden nicht zu stark geheftet und dadurch werden die Bogen nicht zerrissen,

  • Zahl der Klammer entspricht dem Kundenwunsch,

  • Klammer sind nicht zu nah aneinander.

Klammer befinden sich in der Höhe von ¼ der Rückenhöhe und sollten sich weder senkrecht noch waagerecht bewegen.



 

Zulässige Abweichungen im Fertigprodukt

 

Senkrecht,
flache Klammern

senkrecht, 
Euro-Klammern

akzeptabel

<= 3 mm

<= 2 mm

Nicht akzeptabel

> 3 mm

> 2 mm


Bei Euro-Klammern sind die Verschiebungen nicht zulässig, die dazu führen, dass sich die Entfernung zwischen den Klammern verändert und dadurch das Einheften in den Ordner nicht möglich ist. Standardgröße der Euro-Klammern beträgt 6 mm, und die Entfernung zwischen den Klammern 80 mm. Die Zahl, die Art und die Form der Klammern soll von dem Kunden vor der Auftragsabwicklung genannt werden.

 

 

Klebebindung

Diese Bindung kann man in:

  • Klebebindung

  • Klebebindung mit Fadenheftung (empfohlen für die Papiersorten mit der Stärke größer als 115 g/m2) aufteilen.

Minimale Rückenstärke beträgt 2 mm. Maximale Rückenstärke dagegen 70 mm.

Bei den Papiersorten, die sich durch schlechte Versickerung kennzeichnen (MWC, LWC) kann es zur Durchdringung des Klebstoffs in den Buchblock kommen. Die Durchdringung des Klebstoffs lässt sich nicht vermeiden, ohne dass dabei die Klebstoffstärke nicht beeinträchtigt wird.

Für richtig gemachte Verbindung wird die Bindung angesehen, die die Belastung für das Ausreißen einzelner Seiten über 4,5 N/cm standhält.

Reißfestigkeit der Klebebindung kann anhand der Sinnenprüfung gemacht werden. Für richtig gemacht wird die Bindung angesehen, bei der die Seiten (Bogen) nicht beim Öffnen des Exemplars auseinanderfallen. Darüber hinaus ist die Klebebindung korrekt, wenn man eine Seite im Buchblock hält, das Buch leicht geschüttelt wird und diese Seite das Gewicht des Buchblocks standhält und beim Schütteln nicht ausgerissen wird.

Seitenklebung zwischen dem Umschlag und dem Innenteil gelangt standardmäßig 7 mm auf jede Seite (U2 und erste Seite des Innenteil, sowie letzte Seite des Innenteils und U3). Die Grafik an der Stelle der Klebebindung wird überdeckt. Es ist möglich, dass der Klebstoff bis zu 1 mm über die Rille herausragt.

Auf die Stärke der Klebebindung hat auch die Laufrichtung der Faser einen Einfluss. Bei falscher Laufrichtung der Papierfaser kann es zum Wellen am Rücken kommen, was das Aufschlagverhalten des Buches beeinträchtigt. Falsche Faserlaufrichtung (Faser senkrecht zum Buchrücken) wird wegen des Formats, der Druckqualität oder der Platzierung der Bogen angewendet. In solchen Fällen haftet die Druckerei nicht für die Qualität der Bindung.

Innenbogen sollten nicht am Rücken lackiert werden, denn dies wird wesentlich die Stärke der Bindung beeinflussen. Große Unterschiede zwischen der Materialstärke beim Umschlag und dem Innenteil können dazu führen, dass das Fertigprodukt zerfällt.

Auf die Stärke der Bindung hat auch das Format der Arbeit und die Platzierung der Bindung einen Einfluss (Buchrücken quer).

Es ist möglich, dass der Klebstoff sowie die Fäden, mit denen der Buchblock fadengeheftet wurde, bis zu 1 mm über die Rille hinausragt. In den Bogen kann es passieren, das die Fäden oder der Klebstoff im Buchblock zu sehen sind.

Zulässige Abweichung beim Fertigprodukt:

Stabilität des Formats bei einem Buch

akzeptabel <= 1 mm

nicht akzeptabel > 1 mm

 

Abweichung der Grafikanpassungen auf dem Buchrücken (für Buchrücken > 7 mm)

akzeptabel <= 1,5 mm

nicht akzeptabel > 1,5 mm

 

Abweichung UV-Lack / Strukturlack / 3D Lack

akzeptabel <= 1 mm

nicht akzeptabel > 1 mm

 

Abweichung Dispersionslack

akzeptabel <= 0,5 mm

nicht akzeptabel > 0,5 mm

 

Abweichung Hohlprägung / Farbfolienprägung

akzeptabel <= 1,5 mm

nicht akzeptabel > 1,5 mm

  

Hardcover

Hardcover-Bücher bestehen aus aus dem Umschlag (Pappband) und dem Buchblock, der denselben Normen wie die Softcover mit Klebebindung und Softcover mit Fadenheftung unterliegen. Qualitätsparameter werden durch folgende Auflistung gekennzeichnet:

Zulässige Abweichung beim Fertigprodukt:

Abweichung des Umschlagformats

akzeptabel <= 1 mm

nicht akzeptabel> 1 mm

 

Abweichung der Buchblockplatzierung gegenüber dem Umschlag

akzeptabel <= 1 mm

nicht akzeptabel > 1 mm

 

Abweichung der Pappdeckel-Stärke

akzeptabel <= 5 %

nicht akzeptabel > 5 %

 

Abweichung der Kantengröße

akzeptabel <= 1 mm

nicht akzeptabel > 1 mm

 

Abweichung der Grafikanpassung auf dem Buchrücken (für Buchblockstärke > 7 mm)

akzeptabel <= 1,5 mm

nicht akzeptabel > 1,5 mm

 

Abweichung UV-Lack / Strukturlack / 3D Lack

akzeptabel <= 1 mm

nicht akzeptabel > 1 mm

 

Abweichung Dispersionslack

akzeptabel <= 0,5 mm

nicht akzeptabel > 0,5 mm

 

Abweichung Hohlprägung / Farbfolienprägung

akzeptabel <= 1,5 mm

nicht akzeptabel > 1,5 mm

 

Weitere Unstimmigkeiten für Hardcover-Bücher:

Im Fall der Farbprägung, die auf dem strukturierten Material durchgeführt wird, sind Durchfärbungen, die stellenweise auftreten, zulässig.

Porigkeit des Umschlags ist von der Qualität der Pappenoberfläche abhängig. Da während der Verarbeitung Klebstoff mit Wasser verwendet wird, ist der Welleneffekt des Buchblocks und des Vor- und Nachsatzes zulässig.

Hardcover-Bücher können mit einem geraden und runden Rücken hergestellt werden.

Die Qualität und die Rundung des Buchrückens hängt von dem Material (Papiersorte), Seitenzahl und dem Format ab. Beste Ergebnisse werden auf den ungestrichenen Papiersorten mit der Buchblockstärke zwischen 7 mm und 50 mm erzielt.

 

Format des Fertigprodukts

Format des Fertigprodukts wird mit zwei Maßangaben gemessen: vom Buchrücken bis zum vorderen Rand des Produkt – die Breite, und von dem oberen bis zum unteren Rand – die Höhe. Das Format des Fertigprodukts soll dem Format entsprechen, das von dem Kunden angegeben wurde.

Zulässige Abweichungen des Formats gegenüber dem bestellten Format:

akzeptabel <= 1 mm

nicht akzeptabel > 1 mm

Beschnittene,senkrechte Ränder des Produkts sollten einen 90 Grad Winkel bilden. Abweichung von der Rechtwinkligkeit wird an dem Buchrücken gemessen und sollte nicht 2 mm an der langen Seite des Exemplars überschreiten.

 

Fehlende Exemplare in der Auflage

Die Druckerei behält sich das Recht vor, nicht die volle Menge der bestellten Exemplare zu liefern:

Auflage (Exemplare)

Maximale zulässige Abweichung

1 - 99

5%

100 - 499

3%

500 - 1999

3%

über 2000

2%

 

Wenn die Zahl der fehlenden Exemplare nicht die in der Tabelle angegebene Menge überschreitet, dann wird keine Reklamation aus diesem Grund berücksichtigt (es sei denn, anderes wurde im Vertrag festgelegt). Die Zahl der fehlenden Exemplare wird dem Kunden vor dem Versand mitgeteilt und die Rechnung für die nur tatsächlich gelieferten Exemplare ausgestellt. 

 

Verpackung

Die Bücher werden standardmäßig in die 5-schichten Wellpappe verpackt (EB-Welle, Grammatur 618g/m2).

Format des Kartons beträgt:

  • 400mmx280mmx400mm
  • 365mmx240mmx375mm
  • 303mmx216mmx360mm

Das in dem System bestätige Datum ist das Versanddatum (von der Druckerei abgehend). Die Anlieferung wird voraussichtlich 2-3 Arbeitstage (Paketversand) und 2-5 Arbeitstage (Palettenversand) später stattfinden.

Sollte das Paket während des Transports beschädigt werden, ist der Empfänger verpflichtet, das Beschädigungsprotokoll in Abwesenheits des Fahrers zu erstellen und Fotos von den beschädigten Kartons zu machen. Das ist die Grundlage für eine Reklamation.